Wettbewerber-Keywords in Google Ads sind im B2B die Disziplin mit der höchsten Streubreite: Stand 2026 sehe ich in unseren Audits regelmäßig 2 Extreme — Accounts, in denen [Wettbewerber] Alternative der günstigste Lead-Kanal mit CPAs unter 80 € ist, und Accounts, in denen exakt dasselbe Keyword Quality-Score 2 produziert und das gesamte Konto teurer macht. Der Unterschied liegt nicht in den Keywords. Er liegt im Setup.
In diesem Guide bekommst du:
- Die 5 Keyword-Pattern, auf die du im B2B realistisch bieten kannst
- Eine Recherche-Methodik, mit der du Wettbewerber-Keywords systematisch findest (statt zu raten)
- Die 4 häufigsten Gegenargumente — und warum 3 davon nur Halbwahrheiten sind
- Konkrete B2B-Benchmarks für CPC, CTR und Conversion-Rate
- 3 echte Anzeigen-Beispiele aus dem deutschen B2B-SaaS-Markt
- Brand Defense, falls die Konkurrenz auf deinen Namen bietet
Was sind Wettbewerber-Keywords im B2B?
Wettbewerber-Keywords sind Markennamen, Produktnamen und Marken-Modifier-Kombinationen deiner direkten oder indirekten Konkurrenz. Im B2B sind das Begriffe, die Buyer in der aktiven Vergleichsphase suchen — also Middle- und Lower-Funnel-Traffic mit konkretem Kaufinteresse.
Die 5 Keyword-Pattern (mit realistischer Performance-Erwartung)
| Pattern | Intent | CPC-Tendenz | Convertibility |
|---|---|---|---|
[Wettbewerber] (pure Brand) | Wechselabsicht unklar — könnte Bestandskunde sein | Niedrig (0,80–2 €) | Niedrig bis mittel |
[Wettbewerber] alternative | Explizit auf Wechsel-Suche | Mittel (2–6 €) | Hoch |
[Wettbewerber] vs [eigene Marke] | Vergleich, Bottom-Funnel | Niedrig–Mittel | Sehr hoch |
[Wettbewerber] preise / kosten | Pricing-Recherche, oft am Anfang | Mittel | Mittel |
[Wettbewerber] erfahrungen / review | Validierungsphase, kann positive Bestätigung suchen | Niedrig | Niedrig–Mittel |
Faustregel: Je expliziter das Modifier-Wort einen Vergleich oder Wechsel signalisiert, desto besser die Conversion-Rate — und desto teurer der Klick.
Die wichtigste Unterscheidung
Nicht jede Wettbewerber-Suche ist ein Kaufsignal. Wer Salesforce login sucht, will sich einloggen, nicht wechseln. Wer Salesforce alternative sucht, ist offen für ein Gespräch. Das gleiche Brand-Keyword kann also gleichzeitig dein bester und dein teuerster Klick sein — abhängig vom Modifier.
Rechtlich: Was ist erlaubt, was nicht?
Die rechtliche Lage in Deutschland ist seit dem BGH-Urteil “Bananabay vs. eis.de” (2011) stabil. Du darfst auf fremde Marken-Keywords bieten — aber unter Bedingungen.
Erlaubt (vier Bedingungen kumulativ)
- Die Anzeige erscheint in einem klar gekennzeichneten Werbeblock (Google macht das automatisch)
- Die Anzeige ist räumlich von organischen Treffern getrennt
- Der Anzeigentext enthält weder den fremden Markennamen noch einen Hinweis auf den Markeninhaber
- Die Display-URL weist eindeutig auf deine Domain hin (keine Verwechslungsgefahr)
Nicht erlaubt
- Fremde Markennamen im sichtbaren Anzeigentext (Headlines, Description, Display-URL)
- Anzeigen, die so wirken, als kämen sie vom Wettbewerber
- Irreführende Vergleichsaussagen (“Besser als Wettbewerber X” wird oft abgemahnt)
Die wichtigste rechtliche Faustregel
Du darfst auf den Namen bieten, aber du darfst ihn in der Anzeige nicht nennen.
In englischsprachigen Quellen (US, UK) liest du oft das Gegenteil. Dort ist die Rechtslage liberaler — übertrag das nicht 1:1 auf den DACH-Markt.
Wie du Wettbewerber-Keywords systematisch findest
Die häufigste Frage in unseren Audits: “Auf welche Wettbewerber sollten wir überhaupt bieten?” Die Antwort kommt nicht aus dem Bauch. Hier sind die 5 Quellen, die wir nach 40+ B2B-Audits konsequent kombinieren.
Quelle 1: Google Auction Insights
Der Bericht “Auktionsdaten” in Google Ads zeigt dir, mit wem du bereits jetzt in der Auktion konkurrierst — für deine generischen Keywords. Die Domains, die dort regelmäßig auftauchen, sind deine echten Marktwettbewerber (nicht die, die im Sales-Deck stehen).
Wo: Google Ads → Kampagnen → Auktionsdaten → Filter nach Suchnetzwerk
Quelle 2: Sales-Team und CRM
Bei jedem Discovery-Call die Frage: “Welche anderen Lösungen habt ihr euch angeschaut?” In CRM-Notizen tauchen Namen auf, die in keinem Marktbericht stehen. Das sind oft die wertvollsten Kandidaten, weil sie zur tatsächlichen Buyer-Reality passen.
Quelle 3: SERP-Analyse für Top-Wettbewerber
Suche manuell nach [direkter Wettbewerber] in Google.de — Inkognito-Modus. Wer schaltet dort Anzeigen über der organischen #1? Das sind Marktteilnehmer, die das Modell bereits validiert haben.
Quelle 4: Reverse Search Term Mining
Im Suchanfragenbericht deiner bestehenden Kampagnen tauchen oft Brand-Keywords auf, die du gar nicht angelegt hast — gematcht über Broad Match. Das sind unbeabsichtigte Wettbewerber-Treffer, die zeigen, welche Brands relevant sind.
Mehr zu strukturierten Suchanfragen-Analysen findest du in unserem Deep-Dive zu 273 Negative Keywords in 16 Kategorien aus einem Enterprise-Account.
Quelle 5: SEO-Tools (Sistrix, SEMrush, Ahrefs)
Wenn du Zugriff hast: Wettbewerber-Domain eingeben → Paid-Keywords-Report. Du siehst, auf welche Keywords sie selbst bieten — inklusive ihrer eigenen Brand-Defense-Keywords.
Tooling-Hinweis (Stand 2026): Bezahlte Reports der SEO-Tools sind in DACH oft lückenhaft. Auction Insights + Suchanfragenbericht aus dem eigenen Konto sind verlässlicher als Drittanbieter-Schätzungen.
Die 4 Gegenargumente — und warum 3 davon nur die halbe Wahrheit sind
Viele deutsche SEA-Agenturen raten von Wettbewerber-Bidding grundsätzlich ab. Ich kenne die Argumente — wir hatten sie selbst lange im eigenen Account. Hier sind sie, mit ehrlicher Einordnung.
Argument 1: “Der Quality Score sinkt – auch kontoweit”
Wahr: Wenn du Wettbewerber-Keywords in eine bestehende Anzeigengruppe mischst, sinkt der Quality Score dort messbar — weil der Suchbegriff im Anzeigentext nicht auftaucht und die Klickrate niedrig bleibt.
Halbwahrheit: Das Argument unterstellt ein schlechtes Setup. Mit separater Kampagne, eigener Anzeigengruppe pro Wettbewerber und einer dedizierten Landing Page ist der Quality-Score-Effekt auf das Restkonto neutral. Wir messen das regelmäßig — der Spillover ist deutlich kleiner als die Theorie nahelegt.
Argument 2: “Die Nutzer sind in der Customer Journey zu weit fortgeschritten”
Wahr für: [Wettbewerber] login, [Wettbewerber] support, [Wettbewerber] kündigen. Diese Sucher sind bereits Kunde oder bereits weg.
Falsch für: [Wettbewerber] alternative, [Wettbewerber] vs, [Wettbewerber] erfahrungen. Diese Sucher sind explizit in der Vergleichsphase — der wertvollste Funnel-Punkt überhaupt.
Die Pauschalaussage “zu spät” verwechselt Brand-Searches mit Alternative-Searches. Im B2B mit langen Sales Cycles (3–9 Monate) ist die Vergleichsphase oft mehrere Wochen lang.
Argument 3: “Bidding-Wars treiben die Klickpreise hoch”
Wahr: In kleinen Märkten mit 2–3 großen Playern kann ein gegenseitiges Bidden zu einem Wettrüsten führen, in dem alle verlieren — vor allem bei der eigenen Brand.
Halbwahrheit: In den meisten DACH-B2B-Märkten existiert dieser Bidding-War nicht. Die Wettbewerber wissen oft gar nicht, dass jemand auf ihren Namen bietet. Im Zweifel: Mit kleinem Budget (200–500 € pro Wettbewerber-Adgroup) testen und Auction Insights monatlich beobachten.
Argument 4: “Wettbewerber-Keywords konvertieren schlecht”
Wahr: Wer pure Brand-Keywords ([Wettbewerber] allein) bucht, sieht oft Conversion-Raten unter 1 %.
Falsch: Wer auf Vergleichs- und Alternative-Modifier filtert, sieht in unseren Audits Conversion-Raten von 3–8 % — also auf dem Niveau guter generischer Mid-Funnel-Keywords. Der Trick: Pure Brand-Keywords negativ auszuschließen und nur Vergleichs-Phrasen aktiv lassen.
Quality Score managen: So sinken die Kosten nicht kontoweit
Der größte Hebel gegen das #1-Gegenargument. Drei strukturelle Regeln:
Regel 1: Eigene Kampagne, eigene Anzeigengruppe
Lege für Wettbewerber-Keywords eine separate Kampagne an — nie in eine bestehende Adgroup mischen. Eigene Anzeigengruppe pro Wettbewerber, damit Anzeigen und Landing Page präzise zur Suchanfrage passen.
Regel 2: Dedizierte Vergleichs-Landing-Page
Sucht jemand [Wettbewerber] alternative und landet auf deiner generischen Homepage — Quality Score 2. Sucht derselbe Nutzer und landet auf einer Seite, die das Problem benennt und 3 Differenzierungspunkte zeigt — Quality Score 6–8. Mehr zum Aufbau solcher Vergleichsseiten in unserem Guide zur Differenzierungsstrategie im B2B.
Regel 3: Anzeigen ohne Marken-Name, aber mit Kategorie-Klarheit
Nicht “Die Alternative zu Salesforce” (rechtlich riskant), sondern “Die DSGVO-konforme CRM-Alternative” — dein Marken-Modifier ist klar, der fremde Name fehlt.
B2B-Benchmarks: Wettbewerber-KWs vs. generische KWs
Aus unseren B2B-SaaS-Audits, anonymisiert über 8 Accounts (2024–2026):
| Metrik | Generic KWs | Brand-Pure | Brand + “Alternative” | Brand + “vs” |
|---|---|---|---|---|
| CTR | 4–8 % | 2–4 % | 1–3 % | 3–5 % |
| Ø CPC | 3–8 € | 0,80–2 € | 4–9 € | 2–5 € |
| Conversion-Rate | 2–5 % | 0,5–2 % | 3–8 % | 5–10 % |
| Lead-Qualität (SQL-Rate) | mittel | niedrig | hoch | sehr hoch |
Take: Brand + Alternative und Brand + vs sind die teuersten Klicks pro Stück — aber die günstigsten qualifizierten Leads. Pure Brand-Keywords ohne Modifier sind teurer als sie aussehen, weil die Sucher oft Bestandskunden sind.
Die 3 Elemente einer starken Wettbewerber-Anzeige
Dein Ziel: Nutzer, die nach einer anderen Lösung suchen, aufmerksam machen ohne aggressiv zu wirken. Aggressiv-vergleichende Anzeigen (“Besser als X”) werden in DACH oft abgemahnt — und performen ohnehin schlechter als selbstbewusst-eigenständige.
Element 1: Differenzierung in einem Satz
Was bei dir besser oder anders ist — nicht Features auflisten, sondern den Kernvorteil. Beispiel: nicht “Mehr Funktionen”, sondern “DSGVO-konform, deutscher Support, Self-Service-Setup”. Wer beim USP-Framing Hilfe braucht: Value-Proposition-Beispiele für B2B.
Element 2: Vertrauen aufbauen
Warum sollte jemand wechseln, der bereits mit einer anderen Lösung arbeitet? Social Proof, Zahlen, Garantien. “350+ Mittelständler nutzen X” schlägt “Marktführer in Europa”.
Element 3: Niedrigschwelliger CTA
Nicht “Jetzt kaufen” — sondern “Vergleich ansehen”, “Kostenlos testen”, “30-Min-Demo”. Wer auf [Wettbewerber] alternative klickt, ist in der Recherche-Phase, nicht in der Kaufentscheidung.
Messaging-Framework
Headline 1: [Kernvorteil] | [Vertrauenssignal]
Headline 2: Die Alternative für [Zielgruppe/Use Case]
Headline 3: [Differenzierung in einem Satz]
Description: [Problem, das du löst] + [Warum du anders bist] + [niedrigschwelliger CTA]
Mehr zu RSA-Strukturen und Headline-Building findest du in unserem Copywriting-Framework für B2B Responsive Search Ads.
Beispiel 1: Heap vs. Google Analytics 4
Suchanfrage: “Google Analytics 4 alternative”
Heap vs GA4: Why Heap Wins | Why Heap Is The Better Choice Complete behavioral data without manual tracking setup.
Warum das funktioniert
- Direkter Vergleich in der Headline — selbstbewusst, ohne Markenrechts-Risiko (US-Markt)
- Klarer Vorteil: Kein manuelles Tracking-Setup
- Emotionale Sprache: “Why Heap Wins” — sticht aus der Standard-B2B-Sprache heraus
Verbesserungspotenzial
- USP wäre stärker mit Zahl: “Auto-tracking spart 20 Stunden/Monat”
- Social Proof fehlt — eine Kundenzahl oder ein Branchen-Anker würde Vertrauen verstärken
Übertragbarkeit auf DACH
So direkt geht das in Deutschland nicht. Im DACH-Markt nutzt du stattdessen kategorische Differenzierung: “Die Alternative für teamlose Analytics” — ohne den Wettbewerber zu nennen.
Beispiel 2: awork – DSGVO als Differenzierung
Die DSGVO-konforme Alternative Kostenfrei testen – Plane Aufgaben und Projekte, erfasse Zeiten und überwache den Fortschritt deines Teams.
Warum das funktioniert
- Vertrauen durch Datenschutz — klarer Vorteil gegenüber US-Tools
- Neutral und selbstbewusst — keine aggressive Sprache, kein direkter Angriff
- Funktionaler Überblick in der Description (klärt Use Case)
- Kostenloser Test als niedrigschwelliger CTA
Für wen das funktioniert
Besonders stark bei B2B-Kunden, die:
- In regulierten Branchen arbeiten (Finanzen, Health, Public Sector)
- Bedenken gegenüber US-Cloud-Anbietern haben
- Deutschen Support bevorzugen
Das Asana/Trello-Bidding-Pattern: Awork tritt nie namentlich gegen sie an, positioniert sich aber auf Suchen wie asana alternative als “die DSGVO-Variante”.
Beispiel 3: Stackfield – Made in Germany
Die #1 Alternative | Stackfield® Made in Germany Sicherheit, Datenschutz, All-in-One Collaboration – aus Deutschland.
Warum das funktioniert
- Doppelter Trust: “#1 Alternative” + “Made in Germany”
- Kombination: Emotional (Vertrauen) + Funktional (All-in-One)
- Keine direkte Wettbewerber-Nennung — trotzdem klar positioniert
- Eigene Marke (
Stackfield®) gegen unausgesprochene Wettbewerber wie Slack/MS Teams
Risiko-Check
#1 Alternative ist juristisch grenzwertig — wer das schreibt, sollte das mit einer öffentlich nachvollziehbaren Quelle belegen können (Capterra-Rating, Branchen-Studie). Sonst Abmahnungsrisiko nach UWG §5.
Negative Keywords: Was du ausschließen musst
Ein häufiger Fehler: Auf Wettbewerber bieten, aber irrelevante Suchen mitbezahlen. Diese Negatives sollten immer in einer Wettbewerber-Kampagne stehen.
| Negative Keyword | Warum ausschließen |
|---|---|
[Wettbewerber] login | Bestandskunden — kein Wechselinteresse |
[Wettbewerber] support / hilfe | Bestandskunden — suchen Hilfe, nicht Alternative |
[Wettbewerber] jobs / karriere | Bewerber — nie Käufer |
[Wettbewerber] kündigen | Customer Journey vorbei oder zu emotional geladen |
[Wettbewerber] download | Existierende User suchen Software/Update |
[Wettbewerber] tutorial / anleitung | Bestandskunden in Lernphase |
[Wettbewerber] kosten (vorsichtig) | Hängt von der Phase ab — manchmal Recherche, manchmal Bestandskunden |
Pro-Tipp: Nutze den Suchanfragenbericht nach 2 Wochen Laufzeit konsequent. Wir haben in einem Enterprise-Account 7.500 Suchbegriffe systematisch klassifiziert und 273 Negatives in 16 Kategorien identifiziert — inklusive eines dreistelligen Budget-Fehlers durch Produkt-Homonymie.
Brand Defense: Wenn die Konkurrenz auf deinen Namen bietet
Vergiss die Defensive nicht. Deine Wettbewerber bieten möglicherweise auch auf deinen Namen.
Schritt 1: Detection via Auction Insights
In den Auktionsdaten deiner Brand-Kampagne siehst du, wer mit dir gemeinsam auf deine eigenen Marken-Keywords bietet. Erscheint dort regelmäßig ein Wettbewerber → er bietet aktiv.
Schritt 2: Markenbeschwerde bei Google
Über das Google-Markenbeschwerde-Formular kannst du erreichen, dass andere Unternehmen deinen Markennamen im Anzeigentext nicht mehr verwenden dürfen. Du verhinderst damit nicht das Bieten — aber das Erscheinen deines Namens in fremden Anzeigen. Voraussetzung: Eingetragene Marke (DPMA oder EUIPO).
Schritt 3: Eigene Brand-Defense-Kampagne
Auch wenn du organisch auf Platz 1 rankst — Wettbewerber-Anzeigen erscheinen darüber und stehlen Klicks. Eine schlanke Brand-Defense-Kampagne:
- Exact Match auf deinen eigenen Markennamen + häufige Tippvarianten
- Eigene Anzeigengruppe, separate Kampagne (sonst wird CPC durch generische Auktion verzerrt)
- Günstige CPCs (in der Regel 0,50–2 €)
- Ziel-Impression-Anteil 90 %+ oben auf der Seite
Schützt deine “sicheren” Klicks für unter 200 €/Monat in den meisten DACH-Märkten.
Wettbewerber-Strategie nach Budget-Stufe
Kleines Budget (< 2.000 €/Monat)
- Fokus auf 2–3 direkte Wettbewerber
- Nur High-Intent-Modifier:
[Name] alternative,[Name] vs - Aggressive Negative-Keyword-Liste
- Manual CPC für Kostenkontrolle (Smart Bidding lernt bei diesem Volumen zu langsam)
Mittleres Budget (2.000–10.000 €/Monat)
- 5–10 Wettbewerber abdecken
- Eigene Anzeigengruppe pro Wettbewerber
- A/B-Tests verschiedener Messaging-Ansätze
- Zusätzlich LinkedIn Ads für Full-Funnel-Coverage
- Erste Smart-Bidding-Tests (Max Conversions mit Ziel-CPA)
Größeres Budget (> 10.000 €/Monat)
- Umfassende Wettbewerber-Abdeckung über alle 5 Pattern
- Custom Audiences für Wettbewerber-Website-Besucher
- YouTube/Display-Remarketing auf Vergleichs-Sucher
- Integration mit CRM für Lead-Quality-Tracking — entscheidend, weil pure Conversion-Zahlen die wahre Lead-Qualität bei Wettbewerber-KWs unterschätzen
- Eigene Brand-Defense-Kampagne in der Pflicht
Häufige Fragen (FAQ)
Wie findet man die Keywords der Konkurrenz bei Google?
Drei Quellen kombinieren: (1) Google Auction Insights zeigt dir, mit wem du in deinen bestehenden Kampagnen konkurrierst. (2) SEO-Tools (Sistrix, SEMrush, Ahrefs) zeigen dir, auf welche Keywords die Wettbewerber selbst bieten. (3) Der Suchanfragenbericht deiner eigenen Kampagnen verrät, welche Brand-Begriffe Google bereits zu deinen generischen Keywords gematcht hat.
Wie kann man auf Keywords der Konkurrenz bieten?
Lege eine separate Kampagne in Google Ads an, eine eigene Anzeigengruppe pro Wettbewerber, und buche die Marken-Keywords als Phrase Match oder Exact Match. Wichtig: Der fremde Markenname darf nicht im Anzeigentext erscheinen — sonst lehnt Google die Anzeige ab oder es droht eine Abmahnung. Verlinke auf eine Landing Page, die deine Differenzierung kategorisch beschreibt (z. B. “DSGVO-konform”), nicht namentlich.
Darf ich auf Wettbewerber-Namen bieten?
Ja, das ist in Deutschland seit dem BGH-Urteil Bananabay/eis.de (2011) rechtssicher zulässig. Vier Bedingungen müssen erfüllt sein: kennzeichnung als Anzeige, räumliche Trennung von organischen Ergebnissen, kein Markenname im Anzeigentext, klare eigene Display-URL.
Lohnen sich Wettbewerber-Keywords bei hohen CPCs?
In unseren B2B-SaaS-Audits konvertieren [Brand] + alternative und [Brand] + vs mit Raten von 3–10 % — also auf dem Niveau guter generischer Mid-Funnel-Keywords. Selbst bei 5–9 € CPC ergibt das CPAs zwischen 80 und 200 €. Pure Brand-Keywords ohne Modifier dagegen lohnen sich im B2B selten, weil zu viele Bestandskunden mitsuchen.
Wie formuliere ich Anzeigen ohne den Wettbewerber zu nennen?
Nutze kategorische Differenzierung: “Die Alternative zu [Kategorie]”, “DSGVO-konform”, “Made in Germany”, “Die #1 Alternative für [Use Case]”. Fokussiere auf deinen Vorteil, nicht auf den Wettbewerber. Vergleiche funktionieren auch ohne Namen: “Schneller implementiert als herkömmliche Lösungen”, “Kein Setup-Aufwand”.
Welche Wettbewerber sollte ich targetieren?
Starte mit direkten Wettbewerbern, deren Kunden zu deinem ICP passen. Drei Kriterien: (1) realistisches Suchvolumen (Keyword Planner zeigt mindestens 50 Searches/Monat im DACH), (2) eine “Alternative”-Suche existiert nachweislich, (3) du hast eine klare Differenzierungs-Story. Vermeide Marktriesen (Microsoft, Salesforce), bei denen du keinen plausiblen Vergleich aufbauen kannst.
Wie messe ich den Erfolg von Wettbewerber-Kampagnen?
Tracke nicht nur Leads, sondern Lead-Qualität nach Quelle. Nutze UTM-Parameter, um Wettbewerber-Traffic in Sales- und CRM-Daten zu identifizieren. Frage im Sales-Call: “Welche Alternativen habt ihr euch angeschaut?” — wenn der Wettbewerber genannt wird, auf dessen Name du gebucht hast, ist das ein starkes Signal. Sales-Cycle und SQL-Rate sind aussagekräftiger als CTR und CPC isoliert.
Was tun, wenn die Konkurrenz auf meinen Markennamen bietet?
Drei Schritte: (1) Markenbeschwerde bei Google einreichen — verhindert die Nennung deines Markennamens in fremden Anzeigen. (2) Eigene Brand-Defense-Kampagne aufsetzen, Exact Match auf deinen Namen, Ziel: 90 %+ Impression Share oben. (3) Auction Insights monatlich monitoren, um Eskalation früh zu erkennen.
Fazit: Wettbewerber-Keywords sind keine Quick Wins — aber im richtigen Setup einer der besten Lead-Kanäle
Wettbewerber-KWs in Google Ads sind eine Disziplin mit hoher Streubreite. Schlecht gesetzt verbrennen sie Budget und drücken den Quality Score. Richtig gesetzt liefern sie die qualifiziertesten Leads in deinem Account — Menschen, die aktiv nach einer Alternative zu deiner Konkurrenz suchen.
Die 6 wichtigsten Takeaways:
- Rechtlich sicher: Auf den Namen bieten — den Namen aber nicht in der Anzeige nennen
- Modifier entscheiden:
[Brand] + alternativeund[Brand] + vsperformen,[Brand]allein meistens nicht - Separate Kampagne + eigene LP: Das löst 80 % des Quality-Score-Problems
- Recherche statt Bauchgefühl: Auction Insights + Suchanfragenbericht + Sales-Team
- Negative Keywords aggressiv:
login,support,karriere,kündigenmüssen raus - Brand Defense: Schütze deinen eigenen Namen — Markenbeschwerde + Brand-Kampagne
Bevor du eine Wettbewerber-Kampagne aufsetzt, lohnt sich ein Google Ads Audit — damit Tracking, Account-Struktur und Quality-Score-Grundlagen stimmen. Wer die 12 häufigsten Fehler im B2B-Account vermeiden will: Optimierung B2B Checkliste.
Du willst eine Wettbewerber-Strategie aufsetzen oder ein bestehendes Setup analysieren? In unserem Erstgespräch schauen wir uns die Auktionslage in deinem Markt an und entwickeln einen konkreten Test-Plan. Mehr zu unserem KI-gestützten Google-Ads-Ansatz.